Kreatives Schreiben ~ Teil 3

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»Gerade verabschiedete ich meine manchmal nervige kleine Tochter und gab ihr ihren Emily Erdbeer-Rucksack. Meine Tochter heißt Mia und ist gerade mal fünf Jahre alt. Das ist ihr letztes Jahr im Kindergarten und dann heißt es „Ab in die Grundschule!“. Sie freut sich schon sehr auf die anderen nervigen Vollpfosten in ihrer Schule und ja, ich freue mich auch schon tierisch auf die Auseinandersetzungen zwischen mir und den Lehrern. Mia ist mir schon ziemlich heilig, aber wenn Lehrer anfangen mein Kind zu mobben oder nichts dafür tun, dass sie keine Minderwertigkeitskomplexe kriegen, würde ich mir für Mia wünschen, dass sie niemals geboren wäre. Wer zur Hölle will das auch mitmachen? Manchmal lässt sich der Scheiß auch nicht wirklich vermeiden, aber ich hasse sowas wie die Pest, da ich selbst oft gemobbt wurde.

Wo ich gerade dabei bin meinem Kind nichts Schlechtes zu wünschen. Keinem Kind der Welt wünscht man eine schlechte Erzieherin, aber Mia, ja Mia, meine arme kleine Mia hat eine so beschissene Erzieherin. Ich habe in meinen Träumen dieser Frau schon x-mal die Haare rausgerissen und ihre Augen zerstochen. Dann sah sie aus wie ein Zombie. Ihre Augen hingen an einigen Fäden aus ihrer Augenhöhle und sie schnurrte und schrie dabei irgendwie. Klang komisch, aber es war ein extrem befriedigender Gedanke und Anblick. Jetzt denkt ihr sicher, dass ich ziemlich ekelhaft und eine schlechte Mutter bin, aber da täuscht ihr euch. Ganz ehrlich? Eure Meinung ist mir sowieso egal, das interessiert mich wie einer der Staubkörner auf meinem Fernseher.

Ich hasse es zu putzen und das weiß meine Mia auch, deswegen ist sie immer so lieb und erinnert mich daran, dass sie fast in ihrem Zimmer erstickt. Hachja, meine kleine Mia! Sie ist schon ziemlich selbstständig. Nein ok, das war ein Scherz! Immer wenn ich anfange zu putzen und sie dabei ist, dann kreischt sie immer rum und will unbedingt mit mir putzen. Stellt euch diesen Anblick vor… eine kleine Fünfjährige steht da mit einem nassen Putztuch und wischt ihren Maltisch ab. Zuckersüß!

„Bis nachher Mia! Du hast heute sicher einen tollen Tag.“, sagte ich zu ihr und streichelte ihren Kopf noch einmal. Sie strahlte über ihr ganzes Gesicht und setzte sich gleich zu dem Jungen Justin. Justin war schon ein Schwerverbrecher, denn er hatte genau solche Charakterzüge. Manchmal zog er Mia so heftig an den Haaren, sodass sie eine riesige, kahle Stelle an ihrem Kopf hatte. Schön war dieser Anblick ganz sicher nicht! Das Letzte was ich von ihr sah war, dass sie gerade ihre Fingerchen in die Kiste voller Malstifte steckte.

Chef wusste, dass ich Mia jeden Morgen zur Kita brachte und war auch mit mir zufrieden, wenn ich mal nicht so effektiv wie immer arbeitete. Heute war es relativ frisch und ich hatte einen blauen Mantel an. Ich liebe Mäntel mit Knöpfen und dieser war ein absoluter Traum. Schon in der Nähe des Bahnhofs sah ich den Zeitungsmann auf seinem Stuhl sitzen und bibbern.

– „Guten Morgen, einen Kurier bitte!“

– „Kommt sofort gnädige Frau. Das macht 70 Cent!“«

Wie gefällt euch der Teil?

Eure Sarah ♥

Kreatives Schreiben ~ 1

Hallo meine Süßen!

Ich habe auf Arbeit kreativ schreiben müssen. Nun kommt ein Teil meiner ersten Geschichte!

»Es war ein kalter Dienstagmorgen und ich saß gerade in meinem persönlichen Chefsessel. Es ist nicht so, dass ich wirklich Chefin wäre, aber ihr wisst schon. Ich war wichtig, weil ich die Sekretärin vom Chef war. Hö hö hö! Letzte Woche war ich beim Optiker und habe mir mein neues Brillenmodell abgeholt. Ich muss sagen, dass das ziemlich schnell ging und ich sehr zufrieden damit bin. Sogar Chef hat gemeint, dass ich vorzüglich aussehe. Also wenn das mal nichts heißen soll, dann weiß ich auch nicht weiter. Meine Brille hatte sich der heutigen Zeit angepasst, aber meine Haare waren umso schlimmer geworden. Es ist nicht so, dass sie total kraus waren und ich jedes Mal einen Schreianfall vor dem Spiegel zu pflegen hatte, sondern dass meine Brille total bunt und flippig war, so wie ich auch, aber meine Haare total omahaft aussahen.

Ich bin zwar schon etwas älter, in der Jugendsprache wär ich ja schon halb tot, aber das machte mir rein gar nichts aus. Maggy, das bin ich, war gerade stolze 45 geworden. Hachja, ich habe noch ein halbes Leben vor mir bis ich dem Papst Konkurrenz bieten kann. Der ist meist auch schon tot. Die Hülle ist noch da, aber das da drin spricht nur noch von „Oh lieber Herr Gott, schütze uns Kinder und alten Knacker. Lasset uns dich nicht missen, du kleiner unsichtbarer Vollhorst!“ Also ich mein das jetzt auch gar nicht böse oder so, aber er ist nunmal unsichtbar und vielleicht sogar klein! Ich bin schon seit meiner Geburt so klein wie heute. Das klingt so als ob ich ein Riesenbaby war, aber nicht mein Körper war riesig, sondern mein Kopf blies sich nur so auf. Vielleicht war es die viele Luft, die aus meinem Kopf strömte und meine Haare so zu einem Desaster hoch tausend machte? Ich weiß es nicht, aber mein Chef mochte mich so wie ich war.

Ich liebte meine Arbeit schon seit 20 Jahren. Damals fand Chef mich total toll und heute findet er mich vorzüglich. Ach das hab ich vorhin schon erwähnt, kann das sein? Jedenfalls immer, wenn sich irgendwelche Leute vor meinen Tresen stellen, tu ich so als ob ich über meine Brille rüberschielen müsste. Als ob ich das müsste, Kinder! So ein Schwachsinn. Mal ganz ehrlich, wenn ihr dahinter sitzen würdet und die ganzen Leute etwas von dir wollen, weil du sie zu Chef weiterleiten sollst, dann hast du auch das Gefühl von unendlicher Macht. Bevor ich die ganze Macht an Chef weitergeben muss, da die Patienten sich ihr Wehweh’chen behandeln lassen müssen, will ich sie einschüchtern und die böse, grimmige Sekretärin sein. Achja, vor allem ist das immer ganz praktisch, wenn man so böse schaut. Die Menschen gewöhnen sich viel zu schnell an die eigene Höflichkeit, aber ich, ja ich, die reizende Maggy, schüchtere sie ein und lasse sie meine ganze Macht spüren. Wenn ich dann mal wirklich gestresst und sauer bin, dann merken sie das schon. Somit hab ich meinen Ruf weg und das stört mich in keinster Weise.

Am Telefon ist das immer ganz anders. Da kann ich ja meinen schielenden Blick nicht einsetzen. Ihr müsst euch das mal vorstellen. Gerade sitzt ihr da und dort steht ein Mann vor eurem Tresen. Dann kommt so etwas wie:

„Ich möchte gerne zu Herr Voigt, da ich schon die ganzen letzten Tage Durchfall habe!“«

Kreatives Schreiben ~ 2. Teil

Kreatives Schreiben ~ 3. Teil

Was erwartest du?

Manchen Menschen bist du so wichtig wie DER eine Penner an der Ecke. Erstmal kann man sich ja freuen, dass man schon einmal einen Artikel drangesetzt bekommt, aber erwartest du wirklich mehr?

Schätzchen, schmink es dir einfach ab! Du wirst niemals wichtig sein. Niemals, hörst du? Egal was du tust, du bist nicht gut genug. Achso, wenn ich mal was brauche, dann bist du für mich da, ja? Das freut mich, meine Süße! Du bist die Beste. Ach, wenn du mich brauchst, dann such dir andere Freunde, alles soweit verstanden? Gut. Tschüss.

Du bist einfach wie in einem Käfig und wirst dabei hin- und hergeschmissen. Bekommst andauernd die Stangen mitten in deine Fresse und fragst dich, warum ausgerechnet du. Du bist schlecht, weißt du? Nein Quatsch. Du bist du und das ist gut so. Aber weißt du was? Das versteht nicht jeder kleine Dreckskerl. Oh nein. Drecksweiber interessierst du genauso wenig.

Wenn sie einsam sind, dann brauchen sie dich und wenn sie meinen, dass sie genug von dir haben, wirst du eiskalt ignoriert. Du denkst, dass du das nicht verdient hast? Achja? Meinst du wirklich, dass du das Recht auf Dankbarkeit hast, wenn du für jemanden da warst? Vergiss es! Du bist eine Marionette. Du wirst gelenkt und kommst in Bewegung, wenn du von fremden Händen berührt wirst. Erst dann darfst du erwachen, klaro? Gut.

Welchen Namen geben wir dir? Also entweder „Dubrauchstnichtserwartenvonanderen“ oder „MacherstdieFresseaufwennichsdirerlaube“. Ja.. du darfst dir sogar deinen Namen aussuchen. Schau sich das einer mal an. Das machst du gut, wirklich. Ich bin stolz auf dich, solang du weißt was du zu tun und zu lassen hast.

Danke.

Tschüss.