Kreatives Schreiben ~ Teil 4

Kreatives Schreiben ~ Teil 1

Kreatives Schreiben ~ Teil 2

Kreatives Schreiben ~ Teil 3

– „Guten Morgen, einen Kurier bitte!“

– „Kommt sofort gnädige Frau. Das macht 70 Cent!“

Ich gab ihm sein Geld, aber damit konnte er eh nicht viel anstellen, da er damit nichts verdiente. Er war derjenige, der später sich mit Hämorriden rumschlagen musste. Achja und eine Blasenschwäche war da auch nicht weit. Was tut man heutzutage nicht alles für seinen ja ach so geliebten Beruf? Mein Chef dachte auch vor einiger Zeit, dass er es mit der neuen Sekretärin treiben muss. Da glaubt er auch nur im Traum daran. Die arme Frau kündigte einen Tag später mit der Begründung, dass ihr die Erfahrung im Job fehlen würde und er eine so unterbemittelte Arbeitskraft nicht bräuchte. Es sollte niemand wissen, was wirklich zwischen den beiden los war, was ich auch gut verstehen konnte.

Der Herr lächelte mich an und gab mir meine Zeitung. Danach wollte ich unbedingt zum Bäcker, um mir meinen wohlverdienten Cappuccino zu kaufen. Der Laden war in der Nähe des Zeitungsverkäufers und ich betrat den Laden. Die Tür ging wirklich verdammt blöd auf, denn diese ging nach innen. Nun stell sich einer vor, da steht einer und träumt vor sich hin und ich reiß die Tür auf und dann macht es nur noch BÄMS! Das wär nicht so toll, aber gut, ich kann die Tür nicht rausreißen.

– „Hallo Sabine! Hier ist Maggy, ich möchte wie immer einen Cappuccino.“

– „Oh hi Süße.“, freute sie sich und strahlte übers ganze Gesicht.

Das waren Momente, in denen ich wirklich nett war. Auch ich konnte zu meinen Mitmenschen nett sein. Damals als ich Sabine, die in dem Bäcker arbeitet, in der Kita kennenlernte, war ich noch ziemlich schüchtern. Sie erzählte mir, dass sie damals eigentlich Zwillinge bekommen sollte, aber der Junge ist bei der Geburt gestorben. Das Mädchen Natascha hat die ganzen Schwangerschaftskomplikationen gut überstanden. In diesem Moment war es für mich als ob ich tausende von Hammerschlägen über den Kopf bekomme.

Wie schlimm muss es für eine werdende Mutter sein, wenn sie ihr eigenes Fleisch und Blut verliert? Wenn man sich auf das eine Kind freut genau wie auf das andere? Wenn man weiß, dass man einen Teil von einem Ganzen verloren hat? Zerreißt einen das nicht von innen Wenn es um Kinder geht, dann zerreißen mir solche Sachen das Herz. Klar, kann ich die kleinen Scheißer manchmal echt nicht ab, aber geht das nicht jeder Mutter so?

– „Maggy, hast du Mia heute schon in den Kindergarten gebracht“?, fragte sie mich.

– „Ja habe ich. Vor allem dieser Justin, der geht mir tierisch auf den Sack. Weißt du, da zieht er an Mias Haaren und ihr fehlt gleich ein ganzer Busch.“

– „Ach Mensch.. ich wollte dich eh etwas fragen!“, sagte sie ganz aufgeregt.

– „Was denn?“, fragte ich neugierig.

– „Kann ich nicht nachher die zwei Süßen abholen? Dann können Mia und Natascha zu Hause noch weiterspielen.“

– „Klar, wenn es dann bei dir auch Abendbrot gibt. Ich achte sehr drauf, dass Mia allerspätestens um 18 Uhr etwas zu essen bekommt.“

Sie strahlte immer noch über ihr ganzes Gesicht. Ich glaube, wenn sie sieht, dass Natascha Kontakt zu anderen Kindern hat, dass ihr dann das Herz aufgeht.

Kreatives Schreiben ~ Teil 2

Kreatives Schreiben ~ 1. Teil

Kreatives Schreiben ~ 3. Teil

»Ja Mensch, warum sagt er mir nicht gleich, dass er den Megaschiss des Jahres hat. Ich mein, ich kann auch nicht dafür, wenn er sich nicht zurückhalten kann bei den ganzen Süßigkeiten heutzutage. Wisst ihr, der Herr Voigt ist Chef. Er heißt eigentlich Martin Voigt. Findet ihr seinen Vornamen nicht auch total süß? Vor allem muss man den Namen nicht „Foikt“ oder „Fookt“ aussprechen, sondern kann auch „Feucht“ sagen. Viele ältere Menschen kamen zu mir und wollten zu Herr Feucht. Jedes Mal brachte ich ein Lächeln zustande, was diese armen Menschen, die schon fast nicht mehr halbtot waren so wie ich, nicht wirklich kannten. Es war ein neuer Charakterzug in diese Praxis eingezogen, die von mir beherrscht wurde. Wenn dann aber das Telefon klingelte, veränderte sich meine Mimik und ich setzte ein freundliches Lächeln auf, sodass ich gleich anders klang.

Dann kam mein Part: „Guten Tag, hier spricht Maggy Windlicht aus der Praxis von Martin Voigt, was kann ich für Sie tun?“ Das Erste was danach kam, war ein schüchternder, kleiner Laut, weil die Menschen mit etwas anderem gerechnet hatten.

– „Ja.. ja.. ehh.. ja, also hier spricht Frau Janzek, ich ehh, ich.. ehh wollte nachfragen, ob mein Rezept schon da ist.. ehhh Frau Windlicht.

– „Oh hallo Frau Janzek! Ich freue mich, dass Sie anrufen. Ihr Rezept liegt neben mir und lächelt mich schon an. Sie können jederzeit vorbeikommen und ihn abholen. Wir haben heute bis 15 Uhr offen, dann müssen wir leider schon schließen.

– „Oh, ok.. ja.. also ehm.. ich komme dann gleich mal vorbei. Danke für ihre Auskunft, Frau Windlicht! Bis nachher.“

– „Ja bis nachher, tschüüüüüüüüüss!“

Mein überschwängliches „Tschüüüüüüüüss“ trieb die Menschen wohl in den Wahnsinn, weil es schon nach dem „T“ entsetzlich tutete. Mit so viel unendlicher Freundlichtkeit konnten diese Leute einfach nicht umgehen. Ich war schon ein bitterliches Biest und eventuell war ich auch psychopathisch veranlagt, aber mein Gott, jeder Mensch hat psychopathische Charakterzüge. Die einen mehr und die anderen weniger. Ich selbst nutzte meine Charakterzüge nur so aus, solange ich noch halbtot war.

Achja, wenn dann Chef mal nach vorne zu mir kommt und dort stehen Leute und warten, verziehen sich ihre Gesichter zu einem gezwungenen Lächeln, da sie trotzdem wissen, dass sie bald zu mir herantreten und einen kurzen Smalltalk führen müssen. Keine leichte Sache, wenn man es so betrachtet, dass Chef ziemlich nett ist und ich eigentlich der Drache vor dem Schatz bin. Meine Mutter hat mich damals als Kind nicht umsonst „Maggdri“ genannt. Als kleines Kind habe ich nämlich immer meiner Mutter in die Hand gebissen. Mann war das eine schöne Zeit. Nun gut, kommen wir zu meinem Zeugs, was ich zu erzählen habe!«

Wie gefällt euch der zweite Teil?

Eure Sarah ♥

Kreatives Schreiben ~ 1

Hallo meine Süßen!

Ich habe auf Arbeit kreativ schreiben müssen. Nun kommt ein Teil meiner ersten Geschichte!

»Es war ein kalter Dienstagmorgen und ich saß gerade in meinem persönlichen Chefsessel. Es ist nicht so, dass ich wirklich Chefin wäre, aber ihr wisst schon. Ich war wichtig, weil ich die Sekretärin vom Chef war. Hö hö hö! Letzte Woche war ich beim Optiker und habe mir mein neues Brillenmodell abgeholt. Ich muss sagen, dass das ziemlich schnell ging und ich sehr zufrieden damit bin. Sogar Chef hat gemeint, dass ich vorzüglich aussehe. Also wenn das mal nichts heißen soll, dann weiß ich auch nicht weiter. Meine Brille hatte sich der heutigen Zeit angepasst, aber meine Haare waren umso schlimmer geworden. Es ist nicht so, dass sie total kraus waren und ich jedes Mal einen Schreianfall vor dem Spiegel zu pflegen hatte, sondern dass meine Brille total bunt und flippig war, so wie ich auch, aber meine Haare total omahaft aussahen.

Ich bin zwar schon etwas älter, in der Jugendsprache wär ich ja schon halb tot, aber das machte mir rein gar nichts aus. Maggy, das bin ich, war gerade stolze 45 geworden. Hachja, ich habe noch ein halbes Leben vor mir bis ich dem Papst Konkurrenz bieten kann. Der ist meist auch schon tot. Die Hülle ist noch da, aber das da drin spricht nur noch von „Oh lieber Herr Gott, schütze uns Kinder und alten Knacker. Lasset uns dich nicht missen, du kleiner unsichtbarer Vollhorst!“ Also ich mein das jetzt auch gar nicht böse oder so, aber er ist nunmal unsichtbar und vielleicht sogar klein! Ich bin schon seit meiner Geburt so klein wie heute. Das klingt so als ob ich ein Riesenbaby war, aber nicht mein Körper war riesig, sondern mein Kopf blies sich nur so auf. Vielleicht war es die viele Luft, die aus meinem Kopf strömte und meine Haare so zu einem Desaster hoch tausend machte? Ich weiß es nicht, aber mein Chef mochte mich so wie ich war.

Ich liebte meine Arbeit schon seit 20 Jahren. Damals fand Chef mich total toll und heute findet er mich vorzüglich. Ach das hab ich vorhin schon erwähnt, kann das sein? Jedenfalls immer, wenn sich irgendwelche Leute vor meinen Tresen stellen, tu ich so als ob ich über meine Brille rüberschielen müsste. Als ob ich das müsste, Kinder! So ein Schwachsinn. Mal ganz ehrlich, wenn ihr dahinter sitzen würdet und die ganzen Leute etwas von dir wollen, weil du sie zu Chef weiterleiten sollst, dann hast du auch das Gefühl von unendlicher Macht. Bevor ich die ganze Macht an Chef weitergeben muss, da die Patienten sich ihr Wehweh’chen behandeln lassen müssen, will ich sie einschüchtern und die böse, grimmige Sekretärin sein. Achja, vor allem ist das immer ganz praktisch, wenn man so böse schaut. Die Menschen gewöhnen sich viel zu schnell an die eigene Höflichkeit, aber ich, ja ich, die reizende Maggy, schüchtere sie ein und lasse sie meine ganze Macht spüren. Wenn ich dann mal wirklich gestresst und sauer bin, dann merken sie das schon. Somit hab ich meinen Ruf weg und das stört mich in keinster Weise.

Am Telefon ist das immer ganz anders. Da kann ich ja meinen schielenden Blick nicht einsetzen. Ihr müsst euch das mal vorstellen. Gerade sitzt ihr da und dort steht ein Mann vor eurem Tresen. Dann kommt so etwas wie:

„Ich möchte gerne zu Herr Voigt, da ich schon die ganzen letzten Tage Durchfall habe!“«

Kreatives Schreiben ~ 2. Teil

Kreatives Schreiben ~ 3. Teil