Kreatives Schreiben ~ Teil 2

Kreatives Schreiben ~ 1. Teil

Kreatives Schreiben ~ 3. Teil

»Ja Mensch, warum sagt er mir nicht gleich, dass er den Megaschiss des Jahres hat. Ich mein, ich kann auch nicht dafür, wenn er sich nicht zurückhalten kann bei den ganzen Süßigkeiten heutzutage. Wisst ihr, der Herr Voigt ist Chef. Er heißt eigentlich Martin Voigt. Findet ihr seinen Vornamen nicht auch total süß? Vor allem muss man den Namen nicht „Foikt“ oder „Fookt“ aussprechen, sondern kann auch „Feucht“ sagen. Viele ältere Menschen kamen zu mir und wollten zu Herr Feucht. Jedes Mal brachte ich ein Lächeln zustande, was diese armen Menschen, die schon fast nicht mehr halbtot waren so wie ich, nicht wirklich kannten. Es war ein neuer Charakterzug in diese Praxis eingezogen, die von mir beherrscht wurde. Wenn dann aber das Telefon klingelte, veränderte sich meine Mimik und ich setzte ein freundliches Lächeln auf, sodass ich gleich anders klang.

Dann kam mein Part: „Guten Tag, hier spricht Maggy Windlicht aus der Praxis von Martin Voigt, was kann ich für Sie tun?“ Das Erste was danach kam, war ein schüchternder, kleiner Laut, weil die Menschen mit etwas anderem gerechnet hatten.

– „Ja.. ja.. ehh.. ja, also hier spricht Frau Janzek, ich ehh, ich.. ehh wollte nachfragen, ob mein Rezept schon da ist.. ehhh Frau Windlicht.

– „Oh hallo Frau Janzek! Ich freue mich, dass Sie anrufen. Ihr Rezept liegt neben mir und lächelt mich schon an. Sie können jederzeit vorbeikommen und ihn abholen. Wir haben heute bis 15 Uhr offen, dann müssen wir leider schon schließen.

– „Oh, ok.. ja.. also ehm.. ich komme dann gleich mal vorbei. Danke für ihre Auskunft, Frau Windlicht! Bis nachher.“

– „Ja bis nachher, tschüüüüüüüüüss!“

Mein überschwängliches „Tschüüüüüüüüss“ trieb die Menschen wohl in den Wahnsinn, weil es schon nach dem „T“ entsetzlich tutete. Mit so viel unendlicher Freundlichtkeit konnten diese Leute einfach nicht umgehen. Ich war schon ein bitterliches Biest und eventuell war ich auch psychopathisch veranlagt, aber mein Gott, jeder Mensch hat psychopathische Charakterzüge. Die einen mehr und die anderen weniger. Ich selbst nutzte meine Charakterzüge nur so aus, solange ich noch halbtot war.

Achja, wenn dann Chef mal nach vorne zu mir kommt und dort stehen Leute und warten, verziehen sich ihre Gesichter zu einem gezwungenen Lächeln, da sie trotzdem wissen, dass sie bald zu mir herantreten und einen kurzen Smalltalk führen müssen. Keine leichte Sache, wenn man es so betrachtet, dass Chef ziemlich nett ist und ich eigentlich der Drache vor dem Schatz bin. Meine Mutter hat mich damals als Kind nicht umsonst „Maggdri“ genannt. Als kleines Kind habe ich nämlich immer meiner Mutter in die Hand gebissen. Mann war das eine schöne Zeit. Nun gut, kommen wir zu meinem Zeugs, was ich zu erzählen habe!«

Wie gefällt euch der zweite Teil?

Eure Sarah ♥

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Kreatives Schreiben ~ 1

Hallo meine Süßen!

Ich habe auf Arbeit kreativ schreiben müssen. Nun kommt ein Teil meiner ersten Geschichte!

»Es war ein kalter Dienstagmorgen und ich saß gerade in meinem persönlichen Chefsessel. Es ist nicht so, dass ich wirklich Chefin wäre, aber ihr wisst schon. Ich war wichtig, weil ich die Sekretärin vom Chef war. Hö hö hö! Letzte Woche war ich beim Optiker und habe mir mein neues Brillenmodell abgeholt. Ich muss sagen, dass das ziemlich schnell ging und ich sehr zufrieden damit bin. Sogar Chef hat gemeint, dass ich vorzüglich aussehe. Also wenn das mal nichts heißen soll, dann weiß ich auch nicht weiter. Meine Brille hatte sich der heutigen Zeit angepasst, aber meine Haare waren umso schlimmer geworden. Es ist nicht so, dass sie total kraus waren und ich jedes Mal einen Schreianfall vor dem Spiegel zu pflegen hatte, sondern dass meine Brille total bunt und flippig war, so wie ich auch, aber meine Haare total omahaft aussahen.

Ich bin zwar schon etwas älter, in der Jugendsprache wär ich ja schon halb tot, aber das machte mir rein gar nichts aus. Maggy, das bin ich, war gerade stolze 45 geworden. Hachja, ich habe noch ein halbes Leben vor mir bis ich dem Papst Konkurrenz bieten kann. Der ist meist auch schon tot. Die Hülle ist noch da, aber das da drin spricht nur noch von „Oh lieber Herr Gott, schütze uns Kinder und alten Knacker. Lasset uns dich nicht missen, du kleiner unsichtbarer Vollhorst!“ Also ich mein das jetzt auch gar nicht böse oder so, aber er ist nunmal unsichtbar und vielleicht sogar klein! Ich bin schon seit meiner Geburt so klein wie heute. Das klingt so als ob ich ein Riesenbaby war, aber nicht mein Körper war riesig, sondern mein Kopf blies sich nur so auf. Vielleicht war es die viele Luft, die aus meinem Kopf strömte und meine Haare so zu einem Desaster hoch tausend machte? Ich weiß es nicht, aber mein Chef mochte mich so wie ich war.

Ich liebte meine Arbeit schon seit 20 Jahren. Damals fand Chef mich total toll und heute findet er mich vorzüglich. Ach das hab ich vorhin schon erwähnt, kann das sein? Jedenfalls immer, wenn sich irgendwelche Leute vor meinen Tresen stellen, tu ich so als ob ich über meine Brille rüberschielen müsste. Als ob ich das müsste, Kinder! So ein Schwachsinn. Mal ganz ehrlich, wenn ihr dahinter sitzen würdet und die ganzen Leute etwas von dir wollen, weil du sie zu Chef weiterleiten sollst, dann hast du auch das Gefühl von unendlicher Macht. Bevor ich die ganze Macht an Chef weitergeben muss, da die Patienten sich ihr Wehweh’chen behandeln lassen müssen, will ich sie einschüchtern und die böse, grimmige Sekretärin sein. Achja, vor allem ist das immer ganz praktisch, wenn man so böse schaut. Die Menschen gewöhnen sich viel zu schnell an die eigene Höflichkeit, aber ich, ja ich, die reizende Maggy, schüchtere sie ein und lasse sie meine ganze Macht spüren. Wenn ich dann mal wirklich gestresst und sauer bin, dann merken sie das schon. Somit hab ich meinen Ruf weg und das stört mich in keinster Weise.

Am Telefon ist das immer ganz anders. Da kann ich ja meinen schielenden Blick nicht einsetzen. Ihr müsst euch das mal vorstellen. Gerade sitzt ihr da und dort steht ein Mann vor eurem Tresen. Dann kommt so etwas wie:

„Ich möchte gerne zu Herr Voigt, da ich schon die ganzen letzten Tage Durchfall habe!“«

Kreatives Schreiben ~ 2. Teil

Kreatives Schreiben ~ 3. Teil

Was passiert?

Hallo meine Lieben!

Draußen ist es kalt, sehr kalt und es hat gestern geschneit, sodass heute total viel Schnee liegt. Danke lieber Gott, du hast uns das tollste Geschenk gegeben, was ich jetzt eigentlich nicht gebrauchen hätte können. Aber danke!

Das mit meinem Opa versuche ich gerade zu verarbeiten und denke, dass ich das ganz gut schaffe, auch wenn ich mir Sorgen um meinen Dad mache, aber das wird schon. Mein Opa wird am 21. Januar beerdigt und ich möchte unbedingt da sein, weil ich in den letzten Jahren nicht bei ihnen sein konnte/wollte wegen vielen Streitigkeiten und mitunter auch durch die Entfernung, da sie nicht in Berlin wohnen. Meine Ma hat gestern gesagt, dass sie leider nicht mitkommen kann, weil ihr Arbeitgeber sie unbedint an diesem Tag brauch.. na super. Ich bin dann wohl mit meinem Daddi alleine bei meiner Familie, die ich kaum kenne? Komisches Gefühl.. aber ich machs ja für Papa, Opa und mich, also kanns mir ziemlich egal sein, was mit den anderen ist und wie sie mich ansehen. Sie sind ja eh wie Fremde.

Dann kam gestern noch eine Nachricht, die wie auf den Deckel haute. Mein Onkel hat schon seit einigen Monaten? Jahren? (ich hab echt keine Ahnung, ich besitze kaum Zeitgefühl) einen bösartigen Tumor, also Krebs, an der Lunge? (glaube ich?). Jedenfalls hat er noch überall Wassereinlagerungen und naja, er kämpft. Er sagte zu meiner Mutter mal: „Der Krebs weiß gar nicht mit wem er sich hier eigentlich anlegt!“ Ich muss sagen, dass ich froh bin, das er so etwas sagt. Er gibt nicht auf wie Opa, nur ists jetzt schon so schlimm, dass mein Onkel ins Hospiz muss. Die Ärzte sagen, dass es richtig beschissen aussieht und mein Cousin hat schon die Vollzugsermächtigung von seinem Vater bekommen.

Ich habe Angst um meinen Onkel.. Klar, wir hatten nie so richtig Kontakt, weil ich eher ein Kind war, dass lieber mit erwachsenen Frauen so zusammen war. Männer waren für mich immer gruselig gewesen und da ich ihn seit Jahren nicht gesehe habe, war der Kontakt auch nicht wirklich da. Ich schrieb aber mal mit ihm über Facebook vor kurzem und er war so lieb. Viele Menschen trauen mir so viel zu und glauben an mich und das tut einfach so emens gut. Und jetzt ist er kurz vor dem Tod und ich? Ich sitze hier und weiß, dass meine Ma dann richtige Heulanfälle bekommt. Ich mein, hallo? Sie hat schon davon geträumt, dass sie sich für immer von ihm verabschieden muss und fing an zu weinen. Meine Güte.. 2013, was soll das?

Naja.. jetzt wisst ihr mal was hier so abgeht. Ich hoffe, dass ich euch nicht gelangweilt habe :)

Eure Sarah ♥