Kreatives Schreiben ~ 1

Hallo meine Süßen!

Ich habe auf Arbeit kreativ schreiben müssen. Nun kommt ein Teil meiner ersten Geschichte!

»Es war ein kalter Dienstagmorgen und ich saß gerade in meinem persönlichen Chefsessel. Es ist nicht so, dass ich wirklich Chefin wäre, aber ihr wisst schon. Ich war wichtig, weil ich die Sekretärin vom Chef war. Hö hö hö! Letzte Woche war ich beim Optiker und habe mir mein neues Brillenmodell abgeholt. Ich muss sagen, dass das ziemlich schnell ging und ich sehr zufrieden damit bin. Sogar Chef hat gemeint, dass ich vorzüglich aussehe. Also wenn das mal nichts heißen soll, dann weiß ich auch nicht weiter. Meine Brille hatte sich der heutigen Zeit angepasst, aber meine Haare waren umso schlimmer geworden. Es ist nicht so, dass sie total kraus waren und ich jedes Mal einen Schreianfall vor dem Spiegel zu pflegen hatte, sondern dass meine Brille total bunt und flippig war, so wie ich auch, aber meine Haare total omahaft aussahen.

Ich bin zwar schon etwas älter, in der Jugendsprache wär ich ja schon halb tot, aber das machte mir rein gar nichts aus. Maggy, das bin ich, war gerade stolze 45 geworden. Hachja, ich habe noch ein halbes Leben vor mir bis ich dem Papst Konkurrenz bieten kann. Der ist meist auch schon tot. Die Hülle ist noch da, aber das da drin spricht nur noch von „Oh lieber Herr Gott, schütze uns Kinder und alten Knacker. Lasset uns dich nicht missen, du kleiner unsichtbarer Vollhorst!“ Also ich mein das jetzt auch gar nicht böse oder so, aber er ist nunmal unsichtbar und vielleicht sogar klein! Ich bin schon seit meiner Geburt so klein wie heute. Das klingt so als ob ich ein Riesenbaby war, aber nicht mein Körper war riesig, sondern mein Kopf blies sich nur so auf. Vielleicht war es die viele Luft, die aus meinem Kopf strömte und meine Haare so zu einem Desaster hoch tausend machte? Ich weiß es nicht, aber mein Chef mochte mich so wie ich war.

Ich liebte meine Arbeit schon seit 20 Jahren. Damals fand Chef mich total toll und heute findet er mich vorzüglich. Ach das hab ich vorhin schon erwähnt, kann das sein? Jedenfalls immer, wenn sich irgendwelche Leute vor meinen Tresen stellen, tu ich so als ob ich über meine Brille rüberschielen müsste. Als ob ich das müsste, Kinder! So ein Schwachsinn. Mal ganz ehrlich, wenn ihr dahinter sitzen würdet und die ganzen Leute etwas von dir wollen, weil du sie zu Chef weiterleiten sollst, dann hast du auch das Gefühl von unendlicher Macht. Bevor ich die ganze Macht an Chef weitergeben muss, da die Patienten sich ihr Wehweh’chen behandeln lassen müssen, will ich sie einschüchtern und die böse, grimmige Sekretärin sein. Achja, vor allem ist das immer ganz praktisch, wenn man so böse schaut. Die Menschen gewöhnen sich viel zu schnell an die eigene Höflichkeit, aber ich, ja ich, die reizende Maggy, schüchtere sie ein und lasse sie meine ganze Macht spüren. Wenn ich dann mal wirklich gestresst und sauer bin, dann merken sie das schon. Somit hab ich meinen Ruf weg und das stört mich in keinster Weise.

Am Telefon ist das immer ganz anders. Da kann ich ja meinen schielenden Blick nicht einsetzen. Ihr müsst euch das mal vorstellen. Gerade sitzt ihr da und dort steht ein Mann vor eurem Tresen. Dann kommt so etwas wie:

„Ich möchte gerne zu Herr Voigt, da ich schon die ganzen letzten Tage Durchfall habe!“«

Kreatives Schreiben ~ 2. Teil

Kreatives Schreiben ~ 3. Teil

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4 Kommentare zu “Kreatives Schreiben ~ 1

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